HDR-Kurs – Teil 2

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An welchem Foto wollen wir heute arbeiten?

Ich habe dieses Foto in Milford Sound, Neuseeland, gemacht, was ganz in der Nähe meines neuen Zuhauses in Queenstown ist. Ich liebe es, zu diesem Ort zu gehen. Es fühlt sich immer traumhaft und wundervoll an, aber wie Sie sehen, ist das Originalfoto nicht so wirklich aufregend. Ich zeige das Vorher und Nachher, und dann gehen wir gemeinsam durch die einzelnen Schritte.

Vorher, direkt aus der Kamera

HDR Tutorial

Das ist das Vorher-Bild. Es ist das mittlere Foto von ein paar verschiedenen Fotos, aber dazu kommen wir gleich.

Nach den Schritten in diesem Kurs

Ich habe etwa fünf Minuten gebraucht, um das zu erreichen, aber ich bin mittlerweile auch schon sehr schnell. Es kann bei Ihnen schon so 15-20 Minuten dauern bei den ersten paar Male.

HDR Tutorial

Und hier ist das Nachher-Bild. Sie werden in etwa 15 Minuten in der Lage sein, genau so etwas zu schaffen!

Schritt 2: Kaufen Sie sich eine Kamera – aber heimlich, damit Ihr Partner es nicht merkt

Oder Sie erzählen es Ihrem Partner doch. Nur weiß man nie, was das für Folgen hat.

90% der heutigen Kameras sind in der Lage, HDR-Fotos zu machen. Um HDR-Fotos machen zu können, brauchen Sie eine Kamera, die Folgendes beherrscht:

  • Mehrere Bilder (Belichtungsreihen) mit der „Auto-Bracketing“-, „Auto-Exposure“- oder „Exposure Bracketing“-Methode machen – es handelt sich um verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Methode.
  • Modus „Blendenpriorität“: Die Kamera muss erlauben, die Blende vorzugeben, außerdem muss die Belichtung anpassbar sein, zum Beispiel +1 oder +2. Falls Sie das verwirrt – keine Sorge, wir kommen darauf zurück.
  • RAW-Bilder erstellen. Ja, Sie können fantastische HDR-Bilder aus nur einem einzigen RAW-Bild machen!

Werfen Sie einen Blick auf meine Kamera Reviews für weitere Infos. Ich habe sie nach gut, besser, am besten geordnet, sodass Sie eine Kamera finden sollten, die in Ihr Budget passt.

Auch wenn man gute HDR-Fotos auch aus nur einem einzigen RAW-Bild machen kann, bevorzuge ich doch meist automatische Belichtungsreihen. Dabei werden vom gleichen Motiv mehrere Bilder (wenigstens drei) schnell hintereinander gemacht, von denen jedes Foto eine andere Belichtungszeit hat. Je nach Hersteller heißt diese Option in Ihrer Kamera Auto-Bracketing, Auto-Exposure oder Exposure Bracketing, zu Deutsch: Belichtungsreihen-Automatik. Zusätzlich finden Sie vielleicht ein Menü, in dem Sie die Belichtungen festlegen können, auf -2, 0, +2. Aber später mehr dazu.

Welche Ausrüstung habe ich? Ich habe mit einer Low-End-Kamera angefangen und diese nach und nach immer wieder gegen bessere ausgetauscht. Momentan nutze ich die Nikon D800. Hier können Sie mein Review zu der Nikon D800 nachlesen. Das ist wirklich übertrieben, aber manchmal ist das in Ordnung! Manchmal kann ich es rechtfertigen, viel Geld für kleinere Qualitätsverbesserungen der Bilder auszugeben.

Außerdem nutze ich ein Stativ. Vielleicht sollten Sie das auch, falls Sie planen, Fotos unter schlechten Lichtbedingungen zu machen wie Sonnenuntergänge oder Ähnliches. Man kann alles auch Freihand machen, aber ein Stativ zu benutzen macht richtig Spaß! Ich hasse es, ständig auf meine Reviews zu verweisen, aber ich möchte diesen Kurs an dieser Stelle nicht unnötig aufblähen. Dort können Sie auf jeden Fall mehr über meine Stative herausfinden.

Schritt 3 – Sehen Sie die Welt in HDR

Je mehr Sie das tun, desto besser werden Sie das Licht einzuschätzen wissen, das Sie umgibt.

Erleben Sie die Szene vollständig!

Das menschliche Auge kann ungefähr elf Blenden Licht sehen. Die Blende ist eine messbare Menge von Licht. Eine Kamera dagegen kann nur drei Blenden aufnehmen, oder manchmal etwas mehr, wenn es sich um eine gute Kamera handelt, die gute RAW-Bilder macht. Wie auch immer, Fakt ist, dass die Kamera nicht all das aufnehmen kann, was das menschliche Auge wahrnimmt. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, müssen wir die Kamera dazu bringen, trotzdem all das Licht aufzunehmen, das unser Auge sehen kann. Im Anschluss verwenden wir Programme, um alles zusammenzufügen. Klingt logisch, oder?

Ich denke, je öfter Sie das tun werden, umso öfter werden Sie in einer Situation sein und denken: Wow, das würde ein fantastisches HDR ergeben! Das ist ein tolles Gefühl! Und es kommt noch besser: Sie werden es tun können!

Und vielleicht sehen Sie die Welt so wie ich: Üppig, dynamisch, romantisch – wie im Film! Aber Vorsicht, nicht jeder sieht die Welt wie wir. Ich weiß das ganz genau. Manche Menschen sehen die Welt buchstäblich anders, aber nicht Sie und ich. Wir sehen die Welt in Bezug auf Farbe, Licht und Sättigung. Und unser Gehirn kann dem Ganzen noch mehr Intensität und Filmcharakter verleihen. Das ist der Grund, warum diese Art der Fotografie mich so reizt.

HDR Tutorial

Das ist die Ruhe vor dem Sturm. Mein Desktop ist leer und ich habe Photomatix Pro geöffnet, bereit zum Loslegen!

Schritt 4 – Machen Sie Fotos

Stellen Sie an Ihrer Kamera den Belichtungsmodus Blendenpriorität ein, aktivieren die automatische Belichtungsreihe und verwenden Sie die Lichtwerte -2, 0, +2. Manche Kameras machen mehr Aufnahmen, andere weniger. Tun Sie das, was Ihnen Ihre Kamera ermöglicht. Meine Nikon D800 beispielsweise kann neun Fotos in Einerschritten machen, also -4, -3, -2, -1, 0, +1, +2, +3, +4. Aber das ist verrückt und wird von mir nur selten genutzt. In 95% der Fälle mache ich fünf Fotos von -2 bis +2. Übrigens, es gibt keinen erkennbaren Vorteil, wenn man Einerschritte macht, aber meine Kamera tut es halt. Sie sollen nur wissen, dass jede Kamera anders ist, also ärgern Sie sich nicht, wenn Ihre Kamera das anders handhabt.

Weitere sinnvolle Tipps:

  • Fotografieren Sie in RAW anstatt JPG. Das bietet Ihnen mehr Flexibilität und einen größeren Informationsumfang in den Bildern.
  • Wenn Sie in die Sonne fotografieren, sollten Sie darüber nachdenken, auch ein „-3“ zu machen, weil es da einfach zu hell ist.
  • Verwenden Sie nach Möglichkeit ein Stativ, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen. Sie haben kein Stativ? Kein Problem, Photomatix kann die Bilder automatisch ausrichten.
  • Falls Sie ein Stativ einsetzen, stellen Sie in Ihrer Kamera den kleinstmöglichen ISO-Wert ein. Das hilft, das Rauschen zu minimieren.

Sie haben noch keine passenden Fotos? Laden Sie meine herunter!

Sie können meine fünf RAW Bilder herunterladen, die ich für dieses Bild verwendet habe. Viel Spaß damit!

Hier sehen Sie die fünf Bilder, die ich in Milford Sound gemacht habe, von -2 bis +2.

HDR Tutorial

Hier sehen Sie mein Adobe Lightroom mit den fünf Fotos von Milford Sound. Die wurden alle im Modus Blenden-Priorität geschossen.

Schritt 5 – Die Bilder in Photomatix Pro zusammenführen

Das ist, wo der Spaß beginnt. Jetzt können wir es richtig krachen lassen. Okay, das hört sich doof an, und ich bereue es auch schon.

Starten Sie Photomatix und öffnen Sie alle Bilder der Belichtungsreihe. Ich tue das, indem ich die fünf Bilder einfach per Drag&Drop aus Lightroom auf das Photomatix-Icon ziehe, aber da gibt es verschiedene Wege. Sie können die Bilder ebenso auf Ordnerebene auswählen oder direkt in Photomatix öffnen.

HDR Tutorial

Ich wähle immer die erste Option.

HDR Tutorial

Sie können ebenso die Durchsuchen-Funktion (Browse) innerhalb Photomatix nutzen. Egal wie, Sie werden die verschiedenen Fotos hier in diesem Dialog sehen.

Nun sehen Sie diesen entzückenden Dialog. Er sieht zum Fürchten aus, ist er aber nicht. Sie können gerne mit den Einstellungen herumexperimentieren, aber die einzige Option, die ich in der Regel aktiviere, ist die unterste. Wenn ich ohne Stativ fotografiert habe, dann aktiviere ich ebenso die oberste Option, damit Photomatix die Bilder automatisch ausrichtet.

HDR Tutorial - Photomatix

Normalerweise wähle ich hier nur „Chromatische Aberrationen reduzieren“ (Reduce chromatic aberrations). Wenn die Bilder freihand gemacht wurden, wähle ich allerdings auch „Ausgangsbilder ausrichten“ (Align source images).

Einige Hinweise:

  • Wenn es im Bild Bewegung oder „Ghosting“ gibt, können Sie das ebenfalls von Photomatix reparieren lassen (Geisterbilder entfernen). Ich bevorzuge es, das später in Photoshop zu machen.
  • Wenn die Bilder mit hoher ISO gemacht wurden oder wenn Sie ahnen, dass das Bild starkes Rauschen aufweist, wählen Sie außerdem die Option „Rauschreduzierung“ (reduce noise).

Eigentlich kann man hier nicht viel falsch machen, also keine Angst.

Sie möchten ein HDR aus einem RAW-Bild machen? Kein Problem!

Öffnen Sie einfach das RAW-Bild in Photomatix. Sie können damit exakt das Gleiche tun wie unten beschrieben. Es funktioniert zwar nicht immer perfekt, aber in 70% der Fälle können Sie eine einzelne RAW-Datei verwenden. In extremen Lichtsituationen scheitert es dann aber auch oft.

Klicken Sie auf OK (Preprocess) und Ihr Computer wird loslegen, magische und mystische Dinge zu tun. Und dann sehen Sie … das!

HDR Tutorial

Sie können sich jedes dieser Bilder per Klick in voller Größe anschauen.

Gehen wir mal durch, was Sie oben sehen. Links sind eine Menge Schieberegler, die mich das Aussehen des Fotos verändern lassen. Rechts sind meine Photomatix Vorgaben (Presets). Immer wenn ich auf eine Vorgabe klicke, ändern sich auf dramatische Art und Weise die Regler und Dropdowns auf der linken Seite.

Jedes Foto ist einmalig und Sie werden niemals dieselben Ergebnisse mit verschiedenen Arten von Bildern bekommen. Sonnenuntergänge, Tageslichtaufnahmen, Innenaufnahmen etc. Es variiert stark!

Wenn ich mit Photomatix beginne, klicke ich für gewöhnlich erst einmal durch meine Vorgaben. Einige sind schrecklich für eine Situation, aber wunderbar für eine andere. Es ändert sich ständig. In dem obigen Beispiel habe ich die Vorgabe „Quaint Hobbit Holes“ gewählt und dann einige Regler angepasst.

Okay, hier kann es für Neulinge verwirrend werden, aber ich werde es erklären. Sehen Sie oben die Option „Tone Mapping“ und dass sie ausgewählt ist? Und dann etwas tiefer, dass im Dropdown-Menü „Details Enhancer“ gewählt ist? Nun, je nachdem, was Sie da oben bei den beiden Einstellungsmöglichkeiten auswählen, ändern sich die Regler und Optionen darunter enorm. Aber lassen Sie sich dadurch nicht verwirren!

Kleine Erinnerung – Sehen Sie den ganzen Prozess im Video!

Laden Sie das Video herunter, wenn Sie lieber durch Bewegtbilder lernen! Sie können sehen, wie ich dieses Foto mache und detailliert den ganzen Prozess verfolgen, wo ich klicke und was ich tue, um das Endresultat dieses Bildes zu erreichen. Dieser kostenlose Kurs wird auch gleich noch ins Detail gehen, aber ich weiß, dass sich viele Leute lieber live anschauen, wie ich das mache … wie dem auch ist, Sie haben die Chance! :)

Ich nutze oft diese erwähnte Kombination aus Tone Mapping / Details Enhancer, weil sie recht mächtig ist. Aber ich nutze auch die anderen Kombinationen. An dieser Stelle will ich aber die wichtigsten Regler für diese Kombination durchgehen:

  • Stärke (Strength) – Lasse ich immer auf 100%, weil ich es später in Photoshop immer noch zurückschrauben kann
  • Farbsättigung (Color Saturation) – Variiert ziemlich stark von Foto zu Foto. Dieses war ein recht farbloses Umfeld, also bin ich hier recht hoch gegangen. Aber bei anderen Fotos kann es sein, dass ich unter 50% bleibe.
  • Helligkeit (Luminosity) – Sorgt für den „malerischen“ Effekt. Vielleicht haben Sie gemerkt, dass viele HDR-Fotos wie ein gemaltes Bild aussehen. Je weiter Sie mit dem Regler nach rechts gehen, umso stärker wird dieser Effekt.
  • Detailkontrast (Detail Contrast) – Sorgt für intensiveres Schwarz und mehr Texturdetails.
  • Lichtwirkung (Lighting Adjustments) – Lassen Sie es uns den „Drogen-Regler“ nennen – je weiter nach links, umso mehr „auf Drogen“ wirkt es!
  • Weißpunkt & Schwarzpunkt (White Point & Black Point) – Die sind sehr wichtig. Verändern Sie den Weißpunkt so, dass nichts ausgebrannt ist. Verändern Sie den Schwarzpunkt so, dass einige tiefschwarze Pixel vorhanden sind. Ich bin der Meinung, dass ein gutes HDR-Foto immer ein paar schicke schwarze Pixel haben muss.
  • Lichter glätten (Smooth Highlights) – Das behebt diese Bereiche mit hellem Tageslicht. Denken Sie daran, dass alles, was oberhalb des Horizonts liegt, ein wenig heller ist als das, was unter dem Horizont ist. Nun, außer in diesem Beispiel, das eine Spiegelung enthält.
  • Mikrokontraste glätten (Micro-smoothing) – Auch ein toller Regler für mehr Texturdetails.

Nachdem Sie Ihren Spaß mit dem Herumspielen der Regler gehabt haben, klicken Sie auf Verarbeiten (Process) und Sie sind bereit für die „Nachbearbeitungen“. Dieser Nachbearbeitung-Dialog ermöglicht ein paar abschließende Anpassungen in Photomatix, bevor Sie das Bild abspeichern.

Innerhalb dieser Nachbearbeitungen können Sie den Kontrast, die Farben und die Schärfe verändern. Unten befinden sich zwei Screenshots davon.

HDR Tutorial

Das ist der Bereich Kontrast des Nachbearbeitung-Dialogs. Es ist eine weitere Möglichkeit, die dunklen Bereiche zu verstärken, was meiner Meinung nach ein Schlüssel eines guten HDR-Fotos ist. Wenn Sie die „Optionen anzeigen“ geöffnet haben so wie ich hier, erhalten Sie Kontrolle über weitere lustige Regler!

HDR Tutorial

Noch ein Bereich, den ich wirklich mag – Schärfen. Ich entscheide mich oft für leichtes oder mittelstarkes Schärfen. Der HDR-Prozess bis hierher kann teilweise doch stark glätten, und das hier hilft, dem Resultat ein bisschen mehr Pepp zu verleihen.

Nachdem Sie ein paar letzte Entscheidungen getroffen haben, klicken Sie auf Fertig (Done) und speichern Sie!

Sie sind fertig! (Oder sind Sie es???)

Sagen wir, Sie sind jetzt fertig. Vielleicht sind Sie schon sehr glücklich mit Ihrem Bild, oder zumindest ein wenig überrascht, wie viel Spaß das gemacht hat, nicht wahr?

Ich persönlich höre hier nicht auf. Ich gehe noch durch ein paar weitere Schritte mit verschiedenen Tools. Falls Sie dabei sein wollen, hüpfen Sie zu Seite 3 dieses Kurses!.

HDR Tutorial

Hier ist mein fertiges Bild nach ein paar weiteren Schritten, die Sie auf Seite 3 des Kurses finden.

Fortgeschrittene Schritte – Detaillierte Tipps und Tricks

Klicken Sie hier für Seite 3 oder gehen Sie zurück zu Seite 1.

Ins Deutsche übersetzt von Andreas Pankraz. Besuchen Sie meine Webseite oder schauen Sie sich meine Bilder auf Flickr an.

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